Essen als Unterdrückung oder Philosophie
Essen als Unterdrückung oder Philosophie.
Was isst ein Musikschaffender, wenn alles nach Technik, Erlaubnis und Kontrolle schmeckt?
Vielleicht beginnt es mit einer einfachen Frage: Ernährt mich diese Welt – oder frisst sie mich?
Der Waffenfresser isst nicht nur Nahrung. Er isst Drohungen, Zeichen, Verträge, Geräte, Zugänge, Passwörter, Münzen, Verwaltungsworte und technische Erlaubnisse. Er isst Messer und ausgestreckte Zeigefinger, digitale Systeme und die kalte Sprache der Zuständigkeit.
Am Ende bleibt die Frage: Wird der scharfe Verstand selbst zur Waffe? Oder kann Denken wieder Nahrung werden?
Münzen im Mund machen nicht satt. Besitz ersetzt keinen Geschmack. Ein Immaterialgut ist kein Brot. Ein technisches Recht ist kein Abendessen. Eine Genehmigung ist keine Mahlzeit.
Dann kommen die Weißesser.
Sie essen Reinheit, Ordnung und Oberfläche. Milch, Joghurt, Skyr, weißes Fleisch, helle Getränke, helle Räume, helle Verwaltung. Alles wirkt sauber, aber nicht unbedingt frei. Auch Reinheit kann eine Form von Druck werden, wenn sie den Menschen kleiner macht als sein eigenes Leben.
Andere essen Geschichte. Andere essen Rituale. Andere essen Namen, Ämter, Titel, Karten, Grenzen und alte Rechte. Religion, Verwaltung, Besitz und Weltordnung erscheinen manchmal wie große Tafeln, an denen viele sitzen, aber nicht alle gleich eingeladen sind.
Doch Essen sollte kein Beweis von Unterwerfung sein. Essen sollte auch keine neue Ideologie werden.
Vielleicht muss ein Musikschaffender anders essen: nicht als Waffenfresser, nicht als Weißesser, nicht als Untertan eines Systems, sondern als Mensch, der Klang, Körper und Geist zusammenhalten will.
Ein einfaches Essen kann stärker sein als ein großes Symbol.
Wasser. Brot. Eier. Reis. Gemüse. Obst. Joghurt. Kaffee. Suppe. Etwas Warmes. Etwas Ehrliches. Etwas, das nicht erklärt werden muss.
Essen als Philosophie heißt dann nicht: Ich gehöre dieser oder jener Ordnung.
Es heißt: Ich bleibe bei mir. Ich halte meinen Körper arbeitsfähig. Ich gebe meinem Verstand Nahrung, ohne ihn zur Waffe zu machen. Ich nehme Energie auf, ohne mich von Angst, Kontrolle oder Erlaubnis ernähren zu lassen.
Der Musiker isst nicht, um sich einem System zu beweisen.
Er isst, um wieder hören zu können.
Er isst, um den Körper im Rhythmus zu halten.
Er isst, um nicht nur durch Technik zu funktionieren, sondern wieder aus sich selbst heraus Klang zu erzeugen.
ASENBLAZE bedeutet in diesem Sinn: kein Hunger nach Herrschaft, kein Essen aus Angst, kein Körper als Maschine.
Nur noch Licht.
Nur noch Signal.
Nur noch Nahrung für Klang.
© vielleicht das ICH
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